Wahrscheinlich nutzt jeder den Inkognito-Modus für privates Surfen, ohne Angst haben zu müssen, dass die eigenen Daten ständig gespeichert werden. Aber wenn du denkst, dass du damit online komplett unsichtbar bist, liegst du falsch. Der Inkognito-Modus verbirgt deine Aktivitäten vor anderen Nutzern, die dein Gerät mitbenutzen, aber einige andere Beteiligte – wie dein Internetdienstanbieter (ISP) und Netzwerkadministratoren – können deinen Browserverlauf trotzdem sehen.
Schauen wir uns also an, wie du deinen Inkognito-Browserverlauf anzeigen und löschen kannst.
Was du über den Inkognito-Verlauf wissen solltest
Vielleicht hast du schon mal gehört, dass dein Browser im Inkognito-Modus keinen Verlauf speichert. Wenn du den Inkognito-Modus verlässt, können andere Nutzer deines Gerät nicht sehen, welche Websites du besucht oder welche Infos du eingegeben hast.
Allerdings sieht die Wirklichkeit ein bisschen anders aus – der Inkognito-Modus speichert nämlich durchaus ein paar Aktivitäten. Für etwas mehr Klarheit sehen wir uns an, was gespeichert wird und was nicht.
Folgendes wird nicht gespeichert:
- Suchanfragen: Der Inkognito-Modus verhindert, dass dein Browser besuchte Websites und Suchanfragen speichert;
- Cookies: Cookies aus der aktuellen Sitzung werden gelöscht, sobald du das Inkognito-Fenster schließt und werden also nicht dauerhaft gespeichert;
- Anmeldedaten: Die automatische Ausfüllfunktion wird deaktiviert und es werden keine Passwörter, Benutzernamen oder andere sensible Daten gespeichert.
Hier sind dagegen die Daten, die auch nach dem Beenden des Inkognito-Modus gespeichert bleiben:
- Downloads und Lesezeichen: Alle Dateien, die du herunterlädst, oder Lesezeichen, die du speicherst, bleiben auch nach Beenden der Inkognito-Sitzung auf deinem Gerät;
- IP-Adresse: Deine IP-Adresse (Internet Protocol) wird nicht versteckt, was bedeutet, dass Websites und Internetdienstanbieter deine Aktivitäten weiterhin verfolgen können;
- DNS-Caches: Beim Inkognito-Browsen bleiben Spuren im DNS-Cache (Domain Name System) deines Geräts, der abgerufen werden kann, um deinen Browserverlauf anzuzeigen.
Hinweis: Inkognito ist nicht gleich anonym. Du bist auf jeder Website sichtbar, die du im Inkognito-Modus besuchst. Wenn du mehr Privatsphäre willst, solltest du zusätzliche Tools wie ein VPN (Virtual Private Network) nutzen.
So kannst du den Inkognito-Verlauf anzeigen
Auch wenn der Inkognito-Modus eigentlich dafür gedacht ist, deine Privatsphäre beim Surfen zu schützen, gibt es ein paar Möglichkeiten, den Inkognito-Verlauf anzuzeigen. Zum Beispiel speichert der DNS-Cache die letzten Website-Adressen, um dir die besuchten Websites auch im Inkognito-Modus anzuzeigen. Einige Browser-Erweiterungen können auch die Aktivitäten der Nutzer verfolgen, indem sie den Inkognito-Schutz außer Kraft setzen, wenn sie vor dem Surfen installiert werden.
Schauen wir uns die verschiedenen Möglichkeiten an, mit denen du den Inkognito-Verlauf einsehen kannst:
Auf einem PC
Du kannst den DNS-Cache unter Windows überprüfen, um deinen Browserverlauf anzuzeigen. So geht das:
- Drücke die Windows-Taste und suche in der Suchleiste nach Eingabeaufforderung.
- Gib jetzt in das Fenster der Eingabeaufforderung ipconfig /displaydns ein.
- Drücke Enter.
Jetzt siehst du eine Liste der besuchten Websites – auch die, die du im Inkognito-Modus aufgerufen hast.
Auf einem Mac
Genauso kannst du den Inkognito-Verlauf auf einem Mac anzeigen, indem du auf den DNS-Cache zugreifst. So geht das:
- Geh zu Anwendungen > Dienstprogramme und öffne Konsole.
- Gib jetzt any:mdnsresponder in die Suchleiste ein.
- Öffne dann Terminal (ebenfalls unter Dienstprogramme), gib sudo killall -INFO mDNSResponder ein und drücke Enter.
- Geh zurück zur Konsole, um die Liste der besuchten Websites anzuzeigen.
Auf einem Android-Gerät
Auf deinem Android-Gerät kannst du den Inkognito-Verlauf nicht direkt anzeigen, da diese Informationen nicht gespeichert werden. Es gibt aber trotzdem Möglichkeiten, das zu umgehen.
Du kannst beispielsweise Kindersicherungs-Apps wie Kidslox oder AirDroid Parental Control verwenden, um die Browsing-Aktivitäten zu überwachen. Diese Apps können die Websites, die du besuchst, in Echtzeit verfolgen und deinen Browserverlauf sogar im Inkognito-Modus anzeigen.
Auf einem iPhone
Wie bei Android kannst du auch auf einem iPhone nicht direkt auf den Inkognito-Verlauf zugreifen. Verwende stattdessen Apps wie AirDroid Parental Control, um zu sehen, welche Websites auf deinem iPhone im Inkognito-Modus besucht wurden.
Browser-Erweiterungen
Du kannst auch Chrome-Erweiterungen wie Off The Record History verwenden, um deine Inkognito-Browsingdaten anzuzeigen. Die Erweiterung speichert deinen Verlauf, damit du später darauf zugreifen kannst.
So kannst du die Erweiterung verwenden:
- Suche nach der Erweiterung Off The Record History und klicke auf Zu Chrome hinzufügen.
- Klicke zur Bestätigung auf Erweiterung hinzufügen.
- Gib jetzt chrome://extensions/ in deinen Chrome-Browser ein.
- Suche die Erweiterung Off the Record History und klick auf Details.
- Aktiviere Im Inkognito-Modus zulassen, um die Erweiterung im Inkognito-Modus zu aktivieren.
- Öffne nach der Einrichtung ein neues Inkognito-Fenster, indem du Strg+Umschalt+N (Windows) oder Befehl+Umschalt+N (Mac) drückst.
- Jetzt kannst du einstellen, wie lange du den Browserverlauf behalten willst.
- Die Erweiterung verfolgt und speichert dann deinen Verlauf für den festgelegten Zeitraum.
Wird der Inkognito-Verlauf irgendwo angezeigt?
Der Inkognito-Modus verhindert, dass dein Browser den Browserverlauf lokal speichert, aber er macht dich nicht überall unsichtbar. Er kann immer noch in bestimmten Situationen eingesehen werden, wie zum Beispiel von
- ISPs: Dein ISP kann die von dir besuchten Websites sehen, da der Inkognito-Modus deine IP-Adresse nicht verbirgt und deine Daten nicht verschlüsselt.
- Netzwerkadministratoren: Netzwerkadministratoren können deine Aktivitäten überwachen, wenn du ein gemeinsames Netzwerk (z. B. am Arbeitsplatz oder in der Schule) im Inkognito-Modus nutzt.
- Tracker: Web-Tracker können dein Verhalten auch im Inkognito-Modus durch Methoden wie Cookies verfolgen, da deine IP-Adresse sichtbar ist.
So kannst du den Inkognito-Verlauf löschen
Im normalen Browsermodus werden dein Verlauf und deine Website-Daten automatisch gespeichert und können manuell über die Browsereinstellungen gelöscht werden. Im Inkognito-Modus speichert dein Browser diese Daten nach Beendigung der Sitzung jedoch nicht.
Es bleiben jedoch weiterhin Spuren deiner Browserdaten zurück, wie z. B. der DNS-Cache. Diese musst du manuell löschen, um sicherzustellen, dass deine Browsing-Aktivitäten gelöscht werden. Im normalen Modus wird standardmäßig alles gespeichert, während im Inkognito-Modus weniger Daten gespeichert werden. Dieser Modus garantiert jedoch ohne zusätzliche Maßnahmen keinen besseren Datenschutz.
Es ist sehr wichtig, dass du deinen Browserverlauf privat hältst. Wenn du sichergehen willst, dass dein Inkognito-Verlauf und deine Sitzungsdaten wirklich gelöscht sind, musst du je nach Gerät wie folgt vorgehen:
Auf einem PC
Mit diesen Schritten kannst du deinen Inkognito-Verlauf auf einem Windows-PC löschen:
- Öffne das Start-Menü und suche nach Eingabeaufforderung.
- Klicke nun auf die Option Als Administrator ausführen.
- Gib den Befehl ipconfig /flushdns ein und drücke Enter.
Dadurch wird dein DNS-Cache geleert und alle Spuren deiner Browsing-Aktivitäten werden entfernt.
Auf einem Mac
Mit diesen Schritten kannst du deinen Inkognito-Verlauf auf deinem Mac löschen:
- Geh zu Programme > Dienstprogramme und öffne das Terminal.
- Gib sudo dscacheutil -flushcache; sudo killall -HUP mDNSResponder ein und drücke dann Enter.
- Gib zur Bestätigung dein Mac-Passwort ein.
Dadurch wird der DNS-Cache geleert und der gespeicherte Browserverlauf gelöscht.
Auf einem Android-Gerät
Mit diesen Schritten kannst du deinen Inkognito-Verlauf auf Android löschen:
- Öffne die Chrome-App und gib chrome://net-internals/#dns in die Adressleiste ein.
- Tippe einfach auf Host-Cache leeren, um alle DNS-Einträge deines Browsing-Verhaltens zu entfernen.
- Gehe zu Einstellungen > Apps > Chrome > Speicher.
- Tippe auf Cache leeren und Daten löschen, um alle gespeicherten Daten der Sitzung zu entfernen.
Auf einem iPhone
Du kannst den Inkognito-Verlauf auf einem iPhone auf zwei Arten löschen:
- Aktiviere für einige Sekunden den Flugzeugmodus und deaktiviere ihn dann wieder, um alle temporären DNS-Einträge auf deinem Gerät zu löschen.
- Du kannst auch dein iPhone neu starten, damit temporäre DNS- und Sitzungsdaten gelöscht werden.
Hinweis: Für zusätzlichen Schutz solltest du regelmäßig deinen Cache und alle heruntergeladenen Dateien von deinem Gerät löschen, nachdem du den Inkognito-Modus verlassen hast.
So kannst du dein Surfverhalten geheim halten und deine Anonymität im Internet verbessern
Dein Internetdienstanbieter und andere Stellen können deine Online-Aktivitäten sehen. Das ist riskant, da Cyberangriffe immer häufiger werden. Um dich zu schützen, solltest du ein VPN nutzen – das ist die einfachste Möglichkeit, privat und sicher zu surfen.
Ein VPN verschlüsselt deinen Internetverkehr, um deine IP-Adresse zu verbergen. Das macht es für Websites oder Hacker fast unmöglich, deine Online-Aktivitäten zu verfolgen. Es baut einen sicheren, privaten Tunnel für deine Daten auf, damit du sicher im Internet surfen kannst, ohne viele sensible Informationen preiszugeben.
Wenn du noch mehr Privatsphäre willst und die Standortverfolgung deaktivieren möchtest, kannst du dein VPN aktivieren, während du im Inkognito-Modus surfst.
Verwende ein VPN für mehr Anonymität im Inkognito-Modus
Im Inkognito-Modus speichert dein Browser weder deinen Verlauf noch Cookies. Er verbirgt jedoch weder deine IP-Adresse noch verhindert er, dass Websites und Internetdienstanbieter deine Aktivitäten verfolgen. Mit einem VPN wie Surfshark kannst du deinen Internetverkehr verschlüsseln und deine IP-Adresse maskieren. So stellst du sicher, dass deine Online-Aktivitäten vor neugierigen Blicken geschützt bleiben. Dank der benutzerfreundlichen Oberfläche und der innovativen Sicherheitsfunktionen kannst du überall sicher surfen.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich meinen Inkognito-Verlauf löschen?
Ja, du kannst den Inkognito-Verlauf löschen, indem du den DNS-Cache auf deinem Gerät leerst. Öffne dazu die Eingabeaufforderung unter Windows und gib den Befehl ipconfig /flushdns ein. Wenn du einen Mac benutzt, gib den Terminalbefehl sudo killall -HUP mDNSResponder ein.
Kann ein WLAN-Besitzer sehen, welche Websites ich im Inkognito-Modus besucht habe?
Ja, der WLAN-Besitzer und dein Internetanbieter können trotzdem sehen, welche Websites du im Inkognito-Modus besucht hast.
Kann ich den Inkognito-Verlauf auf meiner Internetrechnung sehen?
Nein, der Inkognito-Verlauf ist nicht auf deiner WLAN-Rechnung zu sehen, aber dein Internetanbieter kann deine Browsing-Aktivitäten trotzdem über Netzwerkprotokolle verfolgen.
